Natur, Landschaft und Fotografie

Das Antlitz der Erde in seiner Vielfalt und seiner Einzigartigkeit ist immer wieder Faszination und Herausforderung. Bei allen Verheerungen, die menschliches Tun auf dem Planeten anrichten kann, ist der Blick auf das was noch da ist, um so wichtiger. Zwar sind es auch die unzugänglichen Teile des Planeten, in denen sich grandiose Landschaften und sonst bedrohte Biotope erhalten haben.

 

Aber auch die kultivierten Teile der Erdoberfläche - der Kulturraum -  scheint wieder mehr in den Fokus  als Lebensgrundlage für Arten- und Biotopvielfalt zu geraten, denn ohne die gesamte Breite der Lebensformen - vom Einzeller bis zum Menschen - ist das Leben auf diesem Planeten in seiner Gesamtheit gefährdet. Was vielleicht auch die Diskussion über die hochwirksamen "Pflanzenschutzmittel" der Neuzeit in andere Bahnen lenken kann: Sie darf nicht auf die Frage beschränkt werden, ob sie womöglich beim Menschen Krebs auslösen können, wenn gleichzeitig der gesamte Unterbau des Lebens - Einzeller, Kerbtiere, Insekten und Vögel daran zugrunde gehen.

 

Und so hat sich auch die Biologie und der Naturschutz neue (oder lange verdrängte) Erkenntnisse wieder auf die Fahnen geschrieben, die nicht die einzelne Art, sondern den Erhalt von Lebensräumen für alle Arten im Fokus haben.

 

Auch wenn ich mich zur Zeit überwiegend mit dem heimischen Raum befasse, lockt mich immer wieder Blick in andere Regionen, die mir zeigen, dass die Vielfalt zwar nicht immer an einem Ort zu finden ist, aber im Konzert der Klimazonen und geografischen Bereiche eine jede einen eigenen Klang und eine wichtige Bedeutung haben. 

 

Für mich als Fotografin bedeutet dieses, dass ich nicht ausschließlich den "Höhepunkten" des Planeten hinterherjage, sondern die Mitwelt - nicht Umwelt - auch im Kleinen und Subtilen mit meinen Bildern zu erfassen versuche. Denn ich glaube fest daran, dass der Garten Eden - oder wie immer man das Paradies bezeichnen will - auf Erden möglich ist.

Und nicht zuletzt: "Kulturraum" bedeutet, die Gestaltung der Natur in langen historisch gewachsenen Zeiträumen und beinhaltet damit ein umfangreiches Wissen über die Bedingungen des Lebens - auch des menschlichen - in den verschiedenen "Lebensräumen".

 

 

 

4 Motive aus den Kalendern der letzten Jahre: Waldboden mit verfaulendem Baumstümpfen - ein idealer Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren; Hochsitz - zur traditionellen Aufgabe des Jägers gehört nicht nur der Abschuss, sondern auch die Biotoppflege. Wiesenlandschaft mit Grassilageballen: Bäuerliche Biotoppflege; Uferwald mit Vogelkasten - nicht möglich ohne engagierte Vogelschützer.

 

Titelbild dieser Seite: Der ganzjährig geschützte Kormoran hat sich auf einigen Seen Schleswig-Holsteins inzwischen so stark vermehrt, dass andere Vogelarten - und nicht zuletzt der Fischbestand - massiv darunter leiden. Da wünscht man sich weniger Artenschutz und mehr Biotoppflege.